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  dunja, Jeff Beck Group, Rock-Energie
Jeff Beck, dunja

"Rock-das ist für mich Energie."

 

DER ALLESKÖNNER

Jazz-Rock und Funk-Jazz

    Mittlerweile war er bei der Suche nach einem musikalischen Vehikel für seine stark gewachsenen technischen Leistungen auf der Gitarre auf den Jazzrock gestoßen:

      »lch hatte mir eine Handvoll Musikkassetten gekauft, die mich einfach erschlugen - Sachen wie Billy Cobham und Stanley Clarke«.

    Die ersten Gehversuche in Richtung Jazz hatte er schon im August mit der Gruppe Upp als Backing Band für einen Guitar Workshop im amerikanischen Fernsehen gemacht, ehe im März 1975 sein mit Sessionmusikern aufgenommenes, später sogar vergoldetes Instrumental-Album Blow By Blow herauskam. Von George Martin produziert und von ihm auch mit süßlichen Geigenarrangements versehen, präsentierte das Album einen »neuen« Jeff Beck. Die aggressive, aber ausdrucksvolle Gitarrenarbeit vergangener Tage war technischer Raffinesse und flinker Fingerakrobatik gewichen, die in aggressivmachenden, strapaziösen Jazz-Rock und Funk-Jazz eingebettet war.
     
    Das änderte sich auch nicht mit den nachfolgenden Alben Wired (1976) und Jeff Beck With The Jan Hammer Group - Live (1977). Die Alben There & Back (1980) und Flash (1985) waren dagegen wieder rockiger, aber was Jeff Beck an wirrer Gitarrenarbeit im Übermaß bot, spottet teilweise jeder Beschreibung. Die Musik schien nur noch der Untermalung seiner immensen technischen Kunststückchen auf der Gitarre zu dienen.
     
    Wahrscheinlich muß der fromme Wunsch des Musikjournalisten Wolfgang Bauduin, daß Jeff Beck ein Album im Sinne von »Jeff Beck plays Willie Dixon«, produziert von Muddy Waters, herausbringt, nicht nur aus dem Grund, dass Muddy Waters mittlerweile gestorben ist, ein frommer Wunsch bleiben, sondern auch, weil Jeff Beck mittlerweile glaubt, daß es genügend Musiker gebe, die besser als er eine Bluesrockgitarre spielen. Vielleicht hat er heute damit sogar recht...
     
    Tatsache bleibt aber, daß er im erdigen Rock und Bluesrock seine Gefühlswelt auf der Gitarre am eindrucksvollsten zum Ausdruck bringen kann, zumal wenn er mit Musikern zusammenspielt, die von seinen Gitarrenklängen, die in geballter Kraft Überdruß erzeugen können, ablenken. Daß Musikjournalisten fromme Wünsche aussprechen, zeigt jedoch, wie besessen man nach Becks Gitarre werden kann, hat sie einen erst einmal gepackt.
     
    Für diesen Fall sei auf Becks genialische Soli auf den Titeln Further Up On The Road und Crossroads hingewiesen, die er auf einer Amnesty International Veranstaltung zusammen mit Eric Clapton spielte und die auf dem daraus entstandenen Album The Secret Policeman's Other Ball zu finden sind; und dann gibt es das Solo auf Lonely Off The Top auf Mick Jaggers erster Solo-LP! Beck selbst war mit seiner Arbeit so zufrieden, daß er zu Tode erschrocken war, als ihn Mick Jagger im Studio mit dem üblen Scherz reinlegte, man hätte versehentlich alle seine Gitarrenparts gelöscht. Auf Running Out Of Luck von der gleichen LP kann man auch kurz sein phantastisches Slidespiel vernehmen, das man, was nicht nur Gitarristenkollegen bedauern, in den letzten Jahren leider viel zu selten von ihm zu hören bekam.
     
    Es ist Becks Problem geworden, daß er in seinen Soli immer hundertprozentig seine immensen technischen Fähigkeiten und Fingerfertigkeiten demonstriert, obwohl er doch eigentlich keinem mehr zu beweisen braucht, wie gut er ist. Das Problem von Becks Kritikern wird deshalb immer bleiben, Jeff Beck an Jeff Beck zu messen. Und das ist ein extrem hoher Qualitätsmassstab!

   
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