TA's ART, Malerei, Erotikmuseum
  Jimi Hendrix, Gitarren und Gitarristendunja, suria    

"Rock-das ist für mich Energie."

 

JEFF BECK: DER ALLESKÖNNER

Beck, Bogert & Appice

Doch die Auflösung der alten Jeff Beck Group war noch nicht so lange her, als daß man sich so einfach damit abfinden konnte, daß Jeff Becks einstiger unfehlbarer Charme sich nun nicht mehr so oft entfalten sollte. Interessanterweise erklärte Beck in einem späteren Interview einmal, daß sein Autounfall möglicherweise einen Einfluß auf seine spätere Art des Gitarrenspiels hatte, was einiges erklären würde.
 
Doch es sollte noch einmal eine teilweise Rückkehr zu den hypernervösen, wilden Klängen der ersten Jeff Beck Group geben. Nachdem Beck bei einer Session Tim Bogert und Carmine Appice getroffen hatte, half er ihnen bei den Aufnahmen für einen Coca Cola-Jingle, Things Go Better With Coke, da der Cactus-Gitarrist Jim McCarty erkrankt war. Dieser Jingle lief über ein halbes Jahr in allen Rundfunkstationen. Viel wichtiger aber war, daß Beck, Bogert & Appice, wie sie sich bald nennen sollten, auf ihre damals verschobene Zusammenarbeit zurückkommen wollten. Cactus wurde aufgelöst, Beck löste im Juli 1972 die Jeff Beck Group auf und erklärte danach der Presse:

    »Wir arbeiten als Gruppe nicht mehr richtig zusammen. Jeder wollte in eine andere Richtung, und wir waren an dem Punkt, an dem wir uns musikalisch nicht mehr verbessern konnten.«

Vorerst gehörte noch Max Middleton der Band an; der Sänger Bob Tench sollte ursprünglich auch dabeisein, doch entschied man sich dann für den Jesus aus Jesus Christ Superstar, Kim Milford. Zusammen flog die Gruppe für fünf Tage zu Proben nach England, um anschließend, mit acht alten Beck-Nummern im Repertoire, eine achtundzwanzig Tage dauernde Tournee quer durch Amerika zu starten. Aber danach mußten Middleton und Milford gehen. Jeff Beck erklärte:

    "Kim sieht ziemlich gut aus, und er konnte wirklich gut singen ... aber auf der Bühne wirkte er wie ein Fremdkörper. Es war ein grosser Fehler (...) Max ist ein Klasse-Pianist, aber ich habe eingesehen, daß er niemals Rock'n'Roll spielen wird. So haben wir uns auch von ihm getrennt.«"

Das war im September 1972. Das Trio Beck, Bogert & Appice war entstanden, das sicher auch aufgrund der Tatsache, daß zu diesem Zeitpunkt bereits keine der großartigen Bluesrockformationen wie Cream, The Jimi Hendrix Experience und Taste mehr existierte, mit viel Erfolg Torneen durch Amerika, Europa und den Fernen Osten unternahm.
 
Das im April 1973 veröffentlichte Debütalbum erreichte in Amerika den Rang 12 der LP-Charts, was sich jedoch nicht durch das Qualitätsniveau der LP erklären läßt. Obwohl Appice ein sehr druckvolles Schlagzeugspiel an den Tag legte und Tim Bogerts dröhnendes Baß-Spiel nicht ohne Charme ist, fällt das Fehlen einer ausdrucksstarken Stimme ebenso auf wie Becks Lustlosigkeit.
 
Beck muß damals zwischen Rock und Jazzrock hin und hergerissen gewesen sein, denn anders ist es nicht zu erklären, daß er dieses Projekt mit viel Euphorie in Angriff genommen hatte. Man denke nur an die Eile, mit der er die Jeff Beck Group aufgelöst hatte, und an seine Aussage nach der Trennung der Band im April 1974, Bogert und Appice hätten »gewollt, daß er in einem Stil spiele, den er schon lange Zeit vorher abgelegt hatte«. Mit diesem »Stil« meinte er natürlich die harte Bluesrockgitarre, die er noch in den Zeiten der ersten Jeff Beck Group gespielt hatte und über die er später, 1975, untertreibend sagte:

    »Jeder macht das, wie Humble Pie oder Mick Ronson, oder versucht es zu tun. Jimmy Page macht es immer noch und fährt damit fort, macht eine Lebensaufgabe daraus.«
 
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